Das Drama im Turtle Bay Resort auf Santo spitzt sich zu

Oder: Drei Eier für 1000 Euro im Turtle Bay Resort

Es gibt witzige Geschichten, traurige Geschichten, doofe Geschichten und noch viele mehr, die man während oder nach einer Weltreise erzählen kann. Heute eine doofe:
Wo anfangen? Wie erzählen? Mir ist etwas flau im Magen. Wenn ich nicht gerade eine Durchfallnacht wegen des schlechten Wassers hinter mir hätte, dann würde sie mich nun erwarten. Das ist mir klar.

Wir sind immer noch im Turtle Bay Resort auf Santo . Insgesamt haben wir uns 12! Nächte an der Oceanfront einquartiert. Zwei liegen noch vor uns. Wir zahlen eine schöne Stange Geld. Die gierige Spanierin freut sich darüber, hat aber anscheinend immer noch nicht genügend Kohle zusammengerafft. Ihre Gier ist auch schon den anderen Gästen aufgefallen. Wir amüsieren uns gemeinsam über das magere Frühstück.
Da unsere Dosentomaten Schimmel angesetzt hatten, bat ich sie um drei Eier zum Kochen. Im Supermarkt kostet ein Ei 40 VAT, auf dem Markt 30 VAT. Nachdem wir hier knapp 1000€ liegen gelassen haben, wollte sie nicht den handelsüblichen Einkaufspreis von uns sondern mehr als das Doppelte: 100 VAT (ca.0,70€) für ein Ei haben. Ob dies unverschämt ist oder nicht, darüber lässt sich streiten.

Eier auf Vanuatu

Foto: Eier auf Vanuatu

Während ich die Eier mit hängender Kieferlade, einem Kopfschütteln aber kommentarlos angeschleppt habe, hat Nils die Eier mit einem Kopfschütteln, hängender Kieferlade und ziemlich erbost zurückgeschleppt: „Sorry, aber das ist unverschämt. Genauso wie dein Frühstück! Hier sind deine Eier zurück.“
Jetzt hing ein spanischer Kinnladen. Ihre Antwort: „Wir zahlen 60 VAT für ein Ei. Du willst die Eier doch nicht etwa zum Ladenpreis haben?“
Da wurde es Nils zu dumm. Ihr Verhalten war nicht nur kleinlich, Nils fühlte sich belogen. Warum sollten Massenabnehmer im Supermarkt mehr Geld für Eier bezahlen als wir?
„Weißt du was? Das einzige, das ich in deinen spanischen Augen sehen kann, sind Dollarringe.“
Hui, ein böser Tiefschlag aber dennoch und vor allem leider die Wahrheit!
Dann tauchte der britische Geschäftspartner, Teilhaber des Turtle Bay Resorts und nebenbei Zirkusclown, der mit Eiern jongliert und sie bei Missgeschick seinen Hunden zum Fraße gibt, auf: „Wir zahlen 70 VAT pro Ei.“
Wow, eine weitere Lüge?
Nils Antwort: Ihr verlangt 300 VAT für 3 Eier und du zerdepperst die Dinger.“
Der Clown: „Nein, ich unterhalte damit meine Zuschauer.“

Stimmt, die Diplomatie hatte Nils beim Schwimmen im warmen, grünen Meer an der benachbarten Insel offensichtlich verloren. Oder war es das Salzwasser? Die Sonne?

Nils kam mit 300 VAT aber ohne Eier zurück. Da unser Kühlschrank leer war und der nächste Supermarkt zu weit entfernt, haben wir Nudeln mit Zwiebeln gegessen (lecker). Aber die Story wollte immer noch kein Ende nehmen.
Nach wenigen Minuten hatten wir einen Besuch vom männlichen Besitzer: „Es ist nicht okay, dass du meine Partnerin zum Weinen bringst.“ (Der Meinung bin ich auch!)
Nils Antwort: „Sorry, aber für drei Eier 300 VAT zu verlangen ist genau so unverschämt wie euer Frühstück, das keines ist. Ich bleibe bei meiner Meinung.“
Der Clown: „Wir versuchen euch zu helfen:

  • Ihr habt unlimitiertes Internet, (Wir zahlen dafür wie alle anderen Gäste auch. Alle haben gleiche Internetbedingungen.)
  • wir helfen euch bei den Unannehmlichkeiten mit dem Flight Centre (Weil wir eine Nacht zu viel bezahlt haben, hat sie freundlicherweise eine Mail an die Buchungsdame geschrieben. Welch‘ Leistung!)
  • und wir haben euch die Schnorchelausrüstung für umsonst gegeben. (Hui, da hat sich der Clown aber überschlagen mit seinem verschimmelten Müll aus der Cornflakespackung.)
  • Wir haben nur zwei Sterne. Wenn ihr euch betrogen fühlt, dann könnt ihr gerne gehen.“

Nils und ich einstimmig: „Würden wir auch, aber wir haben schon bezahlt.“

Aus Sicht des Besitzers sei das Frühstück ein „free token“ also eine „kostenlose Zugabe“. Aus unserer Sicht ist es im Zimmerpreis mit inbegriffen.
Er argumentierte oder besser gesagt „log“ weiter: „Die Preise der Eier variieren hier ständig.“
Leider hat er Nils ironische Frage nicht verstanden, denn diese lautete: „Ah, dann ist das hier mit euren Eiern wie an der Börse?“ 🙂
„Ja, genau.“
Bla, bla, bla! Die Story wollte kein so richtiges Ende nehmen…

Nils ging’s auf jeden Fall unmittelbar nach der Auseinandersetzung besser und er war erleichtert. Mir war der Appetit vergangen und die Köchin, die das ganze Gespräch verfolgen musste, hatte einen Riesenspaß. Ganz „zufällig“ lief sie an unserem Zimmer vorbei, hielt den Daumen nach oben und meinte: „You learned her!“ Was wohl so viel bedeutet wie „Das musste mal gesagt sein.“
Wir sollen hier noch zwei Nächte aushalten und ich habe keine Ahnung wie. Die Dame knallt jetzt die Türen und ignoriert uns ganz professionell…
Zum Abschied wird ihr Nils drei Eier mit aufgemalten Flaggen von Griechenland, Portugal und Spanien schenken. Wir taufen sie dann „südeuropäische Wut-Wurf-Eier“. (Das war jetzt ein Witz, alles andere ganz echt.)

südeuropäische Wut-Wurf-Eier

Werft ihr mit?




6 Kommentare zum Thema “Das Drama im Turtle Bay Resort auf Santo spitzt sich zu”

  • markus GERMANY wrote on 22 Mai, 2010, 6:14

    Ui, wirklich eine heftige Geschichte…. drück euch die Daumen, damit ihr die beiden anderen Tage etwas zu Essen bekommt 🙂

  • Zappo GERMANY wrote on 22 Mai, 2010, 16:38

    Sorry, aber das Ganze kommt doch sehr nölig rüber. „Drama“ ? Ihr habt – Eurer Meinung nach – zuviel für die Unterkunft bezahlt. Kann vorkommen – ist aber Eure Entscheidung gewesen. Das wird Euch auf der Weltreise noch ein paarmal passieren. Und ob Frühstück o.ä. im Übernachtungspreis mitinbegriffen ist, muß man eben vorher klären.

    Über den Zustand einer freiwillig und kostenlos angebotenen Tauchausrüstung zu lamentieren, halte ich persönlich für etwas gewagt. Und Eier im Hotel wird man nie zu Marktpreisen bekommen – nirgends. Im Vergleich zum Einkommen der dortigen Bevölkerung ist auch ein 4fach überteuertes Ei für Euch ein Schnäppchen.

    Trotzdem Gute Besserung – und einen Rat:
    Wenn ich mich irgendwo so unwillkommen und ausgenutzt vorkomme, dann
    Sch**ss ich auf die bezahlten Tage und hau ab.

    Zappo

  • Nadine wrote on 22 Mai, 2010, 20:46

    Also ich kann euch zwei schon verstehen. Vor allem wenn man lange im Ausland unterwegs ist, dann ist es irgendwann einfach zuviel mit der Abzocke, auch wenn die überteuerten Eier für unsereins trotzdem Schnäppchen sein mögen, es geht einfach ums Prinzip. Trotz allem eine gute Zeit, was ist denn euer nächstes Ziel?

  • walter UNITED STATES wrote on 23 Mai, 2010, 18:18

    neulich beim Landmanns ( einem “ bioRewe“ ) : bianca und nicolas kaufen ein, nico im kindereinkaufswagen, der ist länger und schlecht zu steuern . Bianca und nicolas kriegen die kurve nicht, stoßen an ein regal, regalböden hängen sich aus und 40 eier werden matsche…….erst wenn ihr über eure Eiergeschichte locker hinwegkommt, dürft ihr von der weltreise, die herzen öffnet, zurückkommen!! Früher wäre aber auch ok, wir reden dann drüber.

    kusskuss

  • der Andi GERMANY wrote on 31 Mai, 2010, 15:47

    die Götter zürnen 😉
    http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,697754,00.html

    Keep smiling!

    der Andi

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