Über die Reisemüdigkeit auf Weltreise

So sehr wir uns auch anstrengen der Reisemüdigkeit zu entgehen, d.h. absichtlich kürzere und längere Reisepausen einlegen und das Reisetempo insgesamt reduziert haben, sie holt uns auf unserer Weltreise immer wieder ein.

Ganz bewusst haben wir zur Halbzeit unserer Reise Neuseeland eingeschoben, um uns ein bisschen von den Strukturen Afrikas und Südamerikas zu erholen. Obwohl Neuseeland wunderschön und die Mentalität sehr europäisch ist, das Reisen locker von der Hand ging und wir dort eine fantastische Zeit hatten, nach 10 Wochen Downunder hatte sie uns wieder einmal eingeholt: die Reisemüdigkeit.

Schlafen auf der Bank

 

Wann und wie sie kommt:

Sie kommt völlig unverhofft, trifft abwechselnd einen von uns beiden, manchmal auch beide gleichzeitig. Ganz schnell kommt sie in Ländern, in denen es uns nicht gefällt. In Südafrika war quasi ich und in Bolivien Nils chronisch an ihr erkrankt. Vor allem fängt sie uns beide bevorzugt dann ein, wenn wir länger als sechs Wochen in einem Land reisen. Sie überkommt uns auch, wenn es nichts Besonderes zu schauen oder zu unternehmen gibt. Ein paar Tage ohne persönliche Highlights und schon ist „alles doof“. Ja, wir merken, dass wir aufpassen müssen, nicht regelrecht von den Highlights „getrieben“ zu werden. Blöd, gell?

Wie sie sich anfühlt:

Sie hinterlässt ein großes Stück Leere im Körper und an Tagen der Reisemüdigkeit wissen wir einfach nicht, was wir mit uns, Land und Leuten anfangen sollen. Das Reisen wird zäh und macht müde. Alles ist irgendwie gleich und wir fühlen ein großes „Uff“ in unserem Körper. Wir stellen uns Fragen wie „Was machen wir hier eigentlich?“ „Muss ich jetzt auch noch auf diesen Berg steigen?“ „Muss ich mir dieses so genannte Highlight auch noch anschauen?“

Wann und wie sie wieder geht:

Hierzu haben wir ganz unterschiedliche Hilfsmittel für uns gefunden:
Zum einen hilft es uns ganz gut, wenn wir uns an einem schönen Ort niederlassen und uns quasi von der Außenwelt für ein paar Tage abschotten. Auf der anderen Seite ist es aber nützlich, witzigen bzw. interessanten Menschen zu begegnen. Wir haben Spaß mit ihnen und schon sieht die Welt wieder grün aus. Es ist, als würden sie uns ein Stück ihrer Energie geben. Eine andere Möglichkeit ist, von vornherein nicht länger als etwa sechs Wochen Aufenthalt in einem Land einzuplanen. Wenn wir dennoch länger geplant haben und die Reisemüdigkeit uns überkommt, dann wäre es gut, wenn wir das Land möglichst schnell wieder verlassen könnten, was jedoch aufgrund der gebuchten Flüge oftmals nicht möglich ist. Also durchhalten! Manchmal sieht der nächste Morgen schon wieder ganz anders aus und die Stimmung hebt sich oftmals über Nacht. Was allerdings am besten für uns beide wirkt, ist der Besuch eines neuen Kontinentes. So wie wir auf einem neuen Kontinent anlanden, fühlen wir einen regelrechten Energieschub. Die Müdigkeit ist verflogen und all die bekannte Neugierde, das Interesse und der Reiz am Fremden erwachen wieder, wir haben jede Menge Spaß auf unserer Reise und können gar nicht genug bekommen.

Egal, wie schön Neuseeland ist und egal, wie sehr wir diese beiden Inseln auch genossen haben, nach knapp drei Monaten freuten wir uns riesig auf Vanuatu.

Schlafen im Flieger




3 Kommentare zum Thema “Über die Reisemüdigkeit auf Weltreise”

  • walter UNITED STATES wrote on 16 Mai, 2010, 16:41

    hallo, ist das wirklich Reisemüdigkeit?

    Ich kenne das Gefühl+bin ich jetzt alt? jeden Montag, nach wochenlangen Eisheiligen, nach sehr guten Kommediesendungen (Neues aus der Anstalt) , nach einer Rede vom Verkehrsminister, vom Schäüble, vom Steinmaier von der Merkel, nach Bombenanschlagsmeldungen in Afghanistan, nach orsenneuigkeiten und nach Ankündigungen die Atomkraftwerke weiter zu betreiben.

    Sex hilft da nicht sofort, das muss sogar ich zugeben. Proseco schon, in schwereren Fällen auch ein Cubanischer Coctail, raus gehen Liebe treffen , Eis mit Freundin/Frau schlecken (und dann vielleicht doch Sex)

    Ihr seid nicht allein!

  • Claudia wrote on 16 Mai, 2010, 19:32

    Tja, Augsburg hat nach einer wirklich tollen Saison soeben das zweite Relegationsspiel verloren, die Eisheiligen, die eigentlich nur im Mai sind, haben wir jetzt seit Januar und kein Ende in Sicht, heute geht eine verlängertes Brückenwochenende zu Ende… was bleibt da, freuen auf den nächsten Urlaub, schönes Wetter und guten Fussball zur WM werden wir hoffentlich auch bald haben ;-), also euch weiterhin eine tolle Reisezeit und liebe Grüße aus Augsburg

  • Birte GERMANY wrote on 17 Mai, 2010, 12:56

    Interessant, eure Schilderung zu lesen. Scheinbar gilt – egal, wo man sich auf der Welt befindet und wie „gut“ es einem in dem Augenblick eigentlich von außen betrachtet gehen sollte: Ohne Tiefs kann man die Hochs wohl nicht so gut genießen 😉

    Genießt das nächste Hoch – und Danke, denn beim ein oder anderen Tief hier, war der Blog schon „einer meiner Energiespender“ um da wieder raus zu kommen.


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