Reisen mit Kindern in Neuseeland

Eine Leserin hat uns gebeten, einen Beitrag über Reisen mit Kindern zu schreiben. In meinem Kopf war der Inhalt zu diesem Thema tatsächlich schon länger, denn Neuseeland bietet sich regelrecht dazu an. Nach Aufforderung bringe ich den Artikel endlich auch auf den Bildschirm.

Seit unserer Ankunft sind uns nicht nur die Massen an jungen Backpackern und älteren Reisenden aufgefallen. Vor allem Familien stechen hier regelrecht ins Auge: Kinder jeder Altersklasse, im Kinderwagen, in der Kraxe oder zu Fuß. Besonders niederländische, schweizer und deutsche Familien machen sich auf den Weg, Neuseeland mit dem Wohnmobil zu erkunden. Verständlich, denn Neuseeland ist ein absolut kinderfreundliches Land!

Familiendusche

Foto: Familiendusche auf einem Zeltplatz in Neuseeland

Wenn Eltern und Kind den Flugmarathon gut überstanden haben, dann steht dem Urlaub bei den Kiwis nun wirklich nichts mehr im Wege. Die Tagesetappen im Auto sind im Gegensatz zu Südamerika gut zu meistern, das Land ist absolut sicher, die Menschen hilfsbereit und freundlich und das Essen bleibt drin.
Tageswanderungen sind auch für Kinder in der Kraxe gut möglich. Größere Kinder können zahlreiche Wanderwege selber gehen, die Auswahl ist unerschöpflich. Lediglich die „great walks“ sind aufgrund des schnellen Wetterwechsels nicht für Kinder unter 10 Jahren geeignet.

Die Campingplätze in Neuseeland sind genial ausgestattet. Es gibt über das ganze Land verteilt mehrere Ketten von Campingplätzen, wie z. B. „Top 10 Holiday Parks“ oder „Holiday Parks“, die absolut kinderfreundlich sind. Nicht nur weil es Spielplätze, manchmal auch einen Fahrradverleih oder einen Minigolfplatz gibt. Fast jeder Campingplatz verfügt über reine „Family Facilities“, die nur Familien zur Verfügung stehen. Alle Anlagen waren bisher absolut sauber und der Preis für die Übernachtung liegt bei etwa 10 € pro Erwachsener, jedes weitere Kind kostet etwa 5 €. Die privaten Campingplätze sind billiger und meist nicht ganz so luxuriös ausgestattet aber ruhiger und insgesamt auch sehr familienfreundlich.

Familiendusche auf dem Campingplatz

Foto: Familienbäder verfügen immer über einen Wickeltisch und eine Wanne für Kinder.

Ein Problem in Neuseeland ist jedoch die Kraft der Sonne und diese ist auf keinen Fall zu unterschätzen. Die Kiwi-Kinder werden z. B. im Kinderwagen komplett hinter einem Sonnenschutznetz versteckt, denn im Sommer dauert es abhängig vom Hauttyp nur 5 bis 7 Minuten bis man sich die ungeschützte Haut verbrennt. Deshalb Neuseeland im Hochsommer besser meiden und lieber im Herbst oder Frühling bereisen.

Diese Familie reist seit sieben Wochen mit ihrem VW Bus durch Neuseeland. Nur noch zwei Wochen Urlaub verbleiben, dann werden die finnische Mutter und der neuseeländische Vater ihre Heimat Neuseeland verlassen und ein neues Zuhause in Finnland finden.

reisen mit Kindern in Neuseeland

Foto: Fünkföpfige Familie beim Abendessen auf dem Campingplatz

reisen mit Kindern in Neuseeland

Foto: Bepackter VW Bus

Auf Hawaii haben wir uns beim Campen mit einer deutschen Familie unterhalten. Sie sind mit ihrer etwa dreijährigen Tochter zahlreiche Wanderwege unter anderem auch den Napali Coast Track gelaufen. Anstelle von zwei Nächten haben sie einfach vier Nächte eingeplant.
In Namibia haben wir eine Familie aus München getroffen. Weihnachten haben sie mit ihren zwei Kindern (Alter geschätzt auf drei und fünf Jahre) im Wüstensand von Sossusvlei gefeiert.
Und wer sagt denn, eine Weltreise mit Kindern sei unmöglich? Erinnert ihr euch noch an die französische Familie, die mehrere Jahre mit ihren Kindern um die Welt gezogen ist?

familienweltreisemobil

Foto: Weltreisemobil einer französichen Familie

Wir als „Nicht-Eltern“ denken: Ob man mit (Klein-)Kindern Fernreisen unternehmen kann oder nicht, ist abhängig von der Einstellung der Eltern sowie der Stressschwelle von Kind und Erwachsenen und somit individuell zu entscheiden. Wichtig wäre zu schauen, was tut den Eltern und was tut meinem Kind gut? Neuseeland könnte auf jeden Fall ein Reiseziel für Familienurlaube sein.
Gleichzeitig sagen wir: „Eines Tages reisen wir nur noch ins Allgäu, an die Nordsee, Ostsee und zu Oma und Opa. Und vielleicht noch nach Italien.“ Mal schauen wie lange es dauert, bis wir unsere Reisereichweite gedanklich wieder vergrößern werden…;-)

Was meinen (reisende) Eltern zu diesem Thema? Wie verbringt ihr euren Familienurlaub? Was sind eure Erfahrungen? Was ratet ihr?




8 Kommentare zum Thema “Reisen mit Kindern in Neuseeland”

  • der Andi GERMANY wrote on 25 April, 2010, 11:07

    Wer gerne etwas abenteuerlich mit Kind unterwegs sein will, dem kann ich das Buch „Siljas Reisen“ empfehlen – super Fotografien und sehr anregende Reisebercihte, wenn auch für meinen Geschmack etwas zu extrem.

    Ansonsten denk ich, ist mit Kindern fast alles möglich, was man sonst alleine macht. Man sollte nur einfach noch mehr Zeit einrechnen und nicht unbedingt den Anspruch haben, an einem vorher festgelegten Plan zu 100% festzuhalten.

    Ach ja – langer Flug mit kleinen Kindern find ich persönlich super ätzend, aber auch in 2 – 3 Flug-Stunden Entfernung rund um Deutschland gibt es ja wunderschöne Reiseziele!

  • Claudia wrote on 25 April, 2010, 13:48

    Da kann ich Andi und euch nur recht geben, alles ist möglich, was man alleine auch machen kann und es kommt auf die persönliche Stressschwelle an. Ich glaube Kindern, besonders Kleinen, ist es egal, wo sie gemeinsame Zeit mit ihren Eltern verbringen. Wenn die Eltern Spaß haben und erholt sind, geht es den Kindern auch gut. Wir fahren im übrigen jetzt mit Lena (fast 18 Monate) eine Woche nach Berlin und freuen uns schon sehr. Wir werden euch dann berichten 🙂

  • Yvonne AUSTRALIA wrote on 25 April, 2010, 23:12

    Eine kleine Anekdote zum Thema „Fliegen mit Kindern“:
    Vor vielen Jahren war ich als Au Pair in den USA / Colorado. Den Familienurlaub haben wir in Florida verbracht. Vor dem Flug wurden beide Kinder (18 Monate und zweieinhalb Jahre) mit „Benadryl“ zugedröhnt. Dieses Medikament wird, soweit ich weiß, in der Therapie von Allergien eingesetzt und verfügt über eine stark sedative Wirkung. Beide Kinder sind bis nach der Ankunft in einen absoluten Tiefschlaf gefallen und die Eltern hatten einen völlig entspannten Flug. Allerdings war die Tochter so weggetreten, dass sie der Mutter sauber in den Schoß gepinkelt hat. Benadryl ist in den USA übrigens im Supermarkt für jedermann erhältlich. Außerdem wurde es in meiner Gastfamilie auch in ganz normalen Kinder-Zahn-Nächten eingesetzt…

  • Birte GERMANY wrote on 26 April, 2010, 9:53

    Danke :-))

    Ihr seid toll! Danke für den Artikel! Jetzt schaue ich der Zeit gleich wieder entspannter entgegen…

    Bis zur 32. Schwangerschaftswoche nimmt mich Ryanair sogar noch mit, na da wird zumindest ein europäischer Kurztrip noch mal möglich sein, bevor der Nachwuchs da ist.

    Und die viel bessere Beruhigungs“droge“ für Kinder (hat zumindest bei uns im Auto geholfen): TKKG und ??? Hörspiele, viel zu Essen und auf jedem Rastplatz an Papas Hand etwas abseits hin und her rennen.

  • Frithjof NEW ZEALAND wrote on 26 April, 2010, 11:03

    Reisen mit Kindern nach Neuseeland? Klar, das geht prima! Wir sind schon mehrfach mit unseren Kindern (unter 10 Jahre) nach Neuseeland geflogen und wohnen jetzt dort. Im Vergleich zu Deutschland empfinde ich Neuseeland als kinderfreundlicher.
    Der Flug ist allerdings sowohl für Erwachsene als auch für Kinder anstrengend. Ab einem gewissen Alter können die Kinder ja das Bord Computer-/Spiele-/Filmeprogramm nutzen. Sind die Kinder kleiner, wird es etwas schwieriger, wir hatten einen Bordrucksack mit lauter Spielzeugen und Büchern dabei, die wir als Geschenke verpackt hatten. Die wurden dann in Abständen herausgeholt und ausgepackt, das hat es noch interessanter gemacht. So konnten wir die Langeweile ganz gut in Schach halten. 
    Im Land waren wir mit Wohnmobil unterwegs, da muss man dann vor allem auf kleinere Etappen achten, jeden Tag lange Autofahrten machen schnell schlechte Laune bei den Kindern, und dann auch bei den Eltern (Lagerkoller). Also die Reisegeschwindigkeit ist mit Kindern längst nicht so hoch wie ohne und das sollte bedacht werden. Man kann dann nicht einfach die Sehenswürdigkeiten so abklappern, die Kinder wollen sich bewegen.
    Wenn man das im Auge behält, kann man das entspannte Land entspannt mit Kindern geniessen.
    Vor der Reise sollte man auch an eine Reiserücktrittsversicherung denken, denn bei Kindern kann schnell mal eine Krankheit das Reisen verhindern (z.B.eine Mittelohrentzündung, die das Fliegen unmöglich gemacht hätte).

    Gute Reise und viele Grüße
    Frithjof

  • walter UNITED STATES wrote on 28 April, 2010, 8:36

    Stimmt, wer es aushält, dass das Nomadendasein mehr Arbeit mit sich bringt und lange genug lohnfrei sein kann, der wird das Reisen nicht aufgeben müssen , wenn Kinder da sind. Ich bin jedenfalls eher ein Mensch, der Reisen mit Kindern einfach nicht erholsam findet (dennoch ist es lustig!!).Den Genuss, mit jemandem, den man liebt, die Reiseeindrücke beinahe stumm, staunend und ohne Erklärungen geben zu müssen , wird man mit Kindern nicht haben. Andere Freuden schon!
    Lebensabschnitte wechseln, das ist wunderschön! Verwischen kann man alles, bis es weg ist. Wir haben die Kinder , jetzt 5 und 6 Jahre alt, ohne lange Reisen genossen und mit Ihren Radiuserweiterungen jetzt erleben wir eine Renaissance in fernere Welten hineinzuplanen. Der Islandplan ist jedoch aufgeschoben, die Logonachrichten und die „was ist was -DVD“ über Vulkaninseln ließen Gefahren erahnen, die noch auf uns warten können. „Papa? Da wollen wir nicht hin!“ Lebensabschnitte, die Kinder sind dabei und alle unsere Bedürfnisse müssen wir Erwachsenen gegen unsere Kinder nicht erfüllen können – die werden groß und was machen wir dann? Vielleicht eine Kanufahrt auf den Flüssen Deutschlands bis hoch in den Norden- mit meiner Frau, Neugier , anderen Menschen und ohne Kinder! Ja!! Lieber Nils, liebe Yvonne, einen ganzen Monat schaute uns der wachsame und doch chillende Löwe von euch an! Vielen Dank!
    KUSSKUSS

  • Jane AUSTRIA wrote on 1 September, 2010, 12:33

    Wir waren nicht in Neuseeland, obwohl dieses schöne Land auch auf unserer „Liste“ stand, dafür waren wir mit unserem Kleinen, der jetzt zwei Jahre alt ist, ein Jahr lang unterwegs – in Sizilien, auf einer Alm in Österreich, in Thailand, in Deutschland. in der Schweiz, in Norwegen… Es waren die anstrengendsten und zugleich schönsten Monate unseres Lebens. Ein Elternauszeitjahr kann ich daher unbedingt weiterempfehlen. Und: Reisen – auch Fernreisen – sind mit einem Kleinkind gut möglich, wenn es für die Eltern vorstellbar ist. In diesem Sinne: habt Mut. Daheim bleiben kann man immer. Nach Hause zurückkommen auch.

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