Kalalau Trail an der Napali Coast - Weltreise Blog der Gnomads


Kalalau Trail an der Napali Coast

Der Kalalau Trail im Norden Kauais gilt als schönste Küstenwanderung des Pazifiks und führt über 11 Meilen entlang der bizarren Na Pali Küste, überquert fünf Täler und endet am herrlichen Kalalau Strand. Im Jahr 1800 wurde der Napali Coast Trail erstmals von hawaiianischen Siedlern angelegt und sollte dessen Siedlungen mit den Taro- und Kaffeefeldern verbinden. Heute eignen sich die ersten zwei Meilen gut als Tagestour und werden jährlich von ca. 500.000 Naturfreunden gewandert. Besonders fitte Wanderer können den insgesamt 35,4 km langen Trail an einem Tag gehen. Es bietet sich aber mindestens eine Übernachtung an.

Kalalau Trail an der Napali Coast

Dieser Wanderweg sollte ein erster kleiner Höhepunkt unserer Reise werden. Mit voller Montur auf dem Rücken haben wir uns bei Sonnenschein auf den Weg durch den Regenwald gemacht. Vorbei an riesigen Schraubenbäumen, Ingwerpflanzen, Tüpfelfarnen, riesige Agaven und sonstigen gigantischen Pflanzen, welche wir gewöhnlich in Miniaturausführung in unseren Wohnzimmern züchten, wandern wir bergauf, bergab, über Wurzeln und Steine, überqueren Ströme, von Tal zu Tal.

Kalalau Trail an der Napali Coast

Kalalau Trail an der Napali Coast

Kalalau Trail an der Napali Coast

Kalalau Trail an der Napali Coast

Wir freuen uns über den Blick auf die zerklüftete Na Pali Küste, die steil und grün ins Meer abfällt und an der sich Monsterwellen brechen.

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Napali Coast

Sechs Meilen durch drei Täler soll unsere erste Etappe dauern, bis wir unser Zelt unter Kaffeebäumen aufschlagen und völlig erschöpft in einen tiefen, tiefen Schlaf fallen.

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Am zweiten Tag liegen fünf weitere Meilen und nochmals zwei Täler vor uns. Raus aus dem Regenwald, entlang an einer trockenen, kargen Küste, deren Pfad sehr schmal ist, ca. 150 Meter hoch verläuft und zu beiden Seiten hin extrem steil bergauf bzw. ab ins Meer fällt. Besser nur geradeaus schauen und nicht denken!

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So anstrengend haben wir uns die Wanderung sicherlich nicht vorgestellt: Rucksack, Zelt, Outdoor Ausrüstung, Regenbekleidung und Travellunch sowie Kochgeschirr sind schwerer als gedacht. Dazu machen uns die hohe Luftfeuchtigkeit und die Hitze deutlich zu schaffen.

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Aber schon aus der Ferne können wir es sehen: Das zerfurchte Kalalau Tal mit seinem riesigen Strand, welcher vom Kalalau Lookout nicht, aber mit dem Boot oder Hubschrauber einsehbar sind. Wow!

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Gegen Ende wird der Trail leichter. Der Red Hill und der Kalalau Stream sind noch zu überqueren. Die letzte halbe Meile geht es nur noch ebenerdig bis zum Strand weiter.
Schon begegnen uns die ersten Aussteiger auf Zeit. Mehrere Communities haben am Kalalau Strand ihr Lager aufgeschlagen, meditieren dort, kiffen, ernähren sich von den Dingen, die das Tal hergibt. Einige Wanderer wie wir sind ebenfalls zu finden. Sie verbringen nur wenige Nächte und essen, was sie mitgebracht haben.

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Wir freuen uns über den herrlichen Anblick des zerklüfteten Tals, erahnen den Lookout auf 1300 Metern Höhe, trinken Wasser vom Wasserfall, fühlen uns wie im Film „The Beach“ und warten, dass Leonardo Dicaprio lässig um die Ecke kommt. Wir schlafen kurz am Strand ein, genießen einen zauberhaften Sonnenuntergang, die Stille und das Unwirkliche ab von jeglicher Zivilisation!

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Nach einer Nacht heißt es früh raus. Um 8 Uhr ist der Aufbruch geplant, denn die 11 Meilen wollen wir heute komplett zurückwandern. Man sagt, der Rückweg sei leichter, weil es mehr bergab geht. So ist es tatsächlich. Wir gehen los, ignorieren Muskelkater, Rückenschmerzen und geplagte Füße. Es fühlt sich an wie eine Ewigkeit. Der Weg zieht sich. Auf den letzten drei Meilen verabschiedet sich die Sonne, es regnet in Strömen (Willkommen zurück im Regenwald!) und der Weg wird nicht nur matschig und rutschig, sondern verwandelt sich in einen kleinen, rotbraunen Fluss.

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Nach acht Stunden ist es soweit: Geschafft! Wir sind zurück am Parkplatz und überglücklich! Es war sicherlich für uns eine der anstrengendsten aber auch schönsten Wanderungen überhaupt!

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Wissenswertes und Tipps für Wanderer:

  • Die Tour nicht unterschätzen: Schwindelfreiheit, Wandererfahrung, gute Konstitution und gute Ausrüstung sind Voraussetzung!
  • In Notfällen ist schnelle Hilfe nicht möglich! Es gibt zwar zwei Helikopterlandeplätze aber keinen Handyempfang.
  • Nicht zu nahe an Felsvorsprünge gehen, nie vom Weg abgehen, Steinschlaggefahr!
  • Jagdgebiet, keine grüne Kleidung tragen und immer auf dem Hauptweg bleiben!
  • Permits sind vorgeschrieben. Die Übernachtung kostet pro Person $ 10, wird aber nicht überprüft.
  • Das Wasser nimmt man aus den Flüssen und muss abgekocht, gefiltert oder mit Wassertabletten behandelt werden (Gefahr von Leptospirosis).
  • Wanderstöcke sind sehr hilfreich, vor allem wenn’s rutschig wird und beim Überqueren der Ströme.
  • Nur ein Minimum an Gepäck mitnehmen.
  • Bei Regen wird der Trail matschig und die Rutschgefahr kann Lebensgefahr bedeuten, weil die Klippen sehr steil abfallen. Besondere Vorsicht vor allem zwischen dem 6. und 8. Milemarker. Wetterbericht vorher checken und Infos im „Division of State Parks“ in Lihue einholen.
  • Auto mit nicht benötigter Kleidung usw. wenn nötig am Haena State Park parken und nicht am Trailanfang. Haena State Park ist nachts belebt!



6 Kommentare zum Thema “Kalalau Trail an der Napali Coast”

  • Ballonopa GERMANY wrote on 12 Februar, 2009, 12:17

    Hi, toller Bericht und gute Leistung.
    Ist halt doch was anderes als nur Badeurlaub.
    Weiterhin viel Erfolg und schöne Berichte und Bilder .
    Adele aus dem Ländle
    Dad

  • Monika wrote on 12 Februar, 2009, 13:41

    Hallo Yvonne und Nils, eine beachtliche Leistung die ihr da volbringt. Verfolge mit Spannung eure Berichte. Auch klasse Bilder ! ! ! Die sind bestimmt nur in Natura zu topen. Freue mich jetzt schon auf neue Nachrichten. Bin deinem Dad für den „Link-Wink“ dankbar. Alles Gute weiterhin für Euch Monika & Roland WY

  • Martin GERMANY wrote on 12 Februar, 2009, 15:28

    Wow, das klingt fantastisch. Und erst mal die Bilder? Ich wünschte, ich wäre ebenfalls dort. Nur der Hinweis „Schwindelfreiheit… sind Vorraussetzung!“ hat mich dann doch etwas abgeschreckt. Ich fürchte, es bleibt mir dann wohl doch nur, weiter die Bilder zu bewundern und von einem solchen Ausflug zu träumen….
    Viel Spaß weiterhin, ich freue mich jeden Tag auf neue Nachrichten!

  • Nicole GERMANY wrote on 12 Februar, 2009, 23:17

    Hy ihr 2 , wunderschöne Bilder und ein toller Bericht…..weiter so… Liebe und viel Energie schicken wir aus dem kalten Germany..

  • Weltreiselust wrote on 19 Februar, 2009, 8:02

    Hallo,

    hab den Trail auch schon gemacht. Ist extrem anstrengend und rutschig mit dem ganzen Schlamm. Ich bin auch direkt in den Fluss gefallen…..
    Mir haben außerdem die Mücken ordentlich zugesetzt. Trotzdem war es ein tolles Elebnis! Oder?

    Gruß
    Weltreiselust

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