Jagen in Namibia - ein Leopard für 2500 EUR? - Weltreise Blog der Gnomads


Jagen in Namibia – ein Leopard für 2500 EUR?

Ich staunte nicht schlecht, als ich in der Touristeninformation von Swakopmund, einer „deutschen“ Stadt in Namibia, dieses deutschsprachige Prospekt in Händen hielt. „101 Jahre Jagen in Namibia“ wirbt eine namibianische Jagdfarm. Man freut sich auf die monetär gut ausgestattete Kundschaft. Waffe inkl. Waffenbesitzkarte sind herzlich willkommen, ein deutscher Jagdschein jedoch nicht nötig. Das erlegte Tier wird gerne „fachmännisch vorbereitet und auf Wunsch zum Präparator der Wahl“ geliefert.

Jagen in Namibia

Zur Wahl stehen verschiedene afrikanische Lieblingstiere wie eine Giraffe für 2050 EUR (man stelle sich eine lebensgroße, ausgestopfte Giraffe im Wohnzimmer vor), ein Leopard für 2500 EUR oder ein Gepard für 2050 EUR. Wer es etwas billiger mag, der bekommt schon für 30 EUR einen Schakal, für 415 einen männlichen Oryx oder für 650 EUR ein männliches Zebra . Hier die gesamte Preisliste:

Jagen in Namibia

Hallo? Alle Welt redet von Tierschutz und hier dürfen die Tiere für ein Bündel Geld aus Lust und Hobby abgeschossen und mit nach Hause genommen werden! Aber nun wird mir auch klar, warum es „Gamedrive“, „Game Watching“ und „game“ heißt: Früher ging man auf Jagd um zu spielen – „game“ eben. In Namibia schon 101 Jahre!

Soll man diese Tiere erschießen? Bitte nicht!

Gepard

Leopard




12 Kommentare zum Thema “Jagen in Namibia – ein Leopard für 2500 EUR?”

  • Ballonopa GERMANY wrote on 4 Januar, 2010, 14:55

    So ist das Geschäftsleben ,auch in Afrika !

  • Jan GERMANY wrote on 4 Januar, 2010, 15:23

    Ohne Worte!

    Das ist unglaublich!

  • markus GERMANY wrote on 4 Januar, 2010, 16:30

    Und das ist dort legal?

  • kahunablogger wrote on 4 Januar, 2010, 17:10

    Stimmt, ist schon ziemlich krass so was. Gejagt wird allerdings nicht in Naturschutzgebieten, sondern in speziellen „Game“ Reservaten. Das sind letztendlich private Ländereien, denen man anscheinend leider nur begrenzt Vorschriften machen darf, wie mit „wilden Tieren“ auf diesen Ländereien umzugehen ist. Doch: Da dies ein Geschäft auf den Reservaten ist, welches dauerhaft betrieben wird, müssen die Reservate gleichzeitig darauf achten, nie zu weit zu gehen, um nicht die Bestände zu stark zu erschöpfen.

  • markus GERMANY wrote on 4 Januar, 2010, 17:12

    Sind das wirklich „wilde Tiere“ oder werden diese extra für den Zweck gefangen und dann eben in diesen Reservaten ausgesetzt?

  • kahunablogger wrote on 4 Januar, 2010, 17:30

    Wild in dem Sinne meist, dass sie auf dem Reservat frei umherlaufen, welches dann aber umzäunt ist. Ich glaube nicht, dass diese erst von außen geholt werden (es sei denn von anderen Game Reserves). Diese privaten Reservate sind ja doch meist sehr weitläufig.

  • Ballonopa GERMANY wrote on 4 Januar, 2010, 22:38

    So hat Honeker auch zur“Jagt eingeladen für seine Jagtfreunde“.
    Die Farmbetreiber reden sich damit raus das sie so etwas für die wilden Tiere tun.

  • Daan NETHERLANDS wrote on 5 Januar, 2010, 10:12

    unbelievable……

    did I ever send you this movie clip >> http://www.youtube.com/watch?v=AOP8e9VEEYU

    I was thinking of you guys when I saw this…

    And for the rest >> enjoy the rest of Africa!

  • Phil GERMANY wrote on 5 Januar, 2010, 10:17

    Man sollte so etwas nicht pauschal verurteilen, ohne die genauen Hintergründe zu kennen. Persönlich finde ich es auch pervers, ein Tier nur aus Spaß „abknallen“ zu wollen. Aber es gibt nunmal etliche Leute, die bereit sind, dafür größere Summen zu bezahlen.
    Man kann dies auch im Sinne des Tierschutzes ausnutzen. Z.B. gibt es im Caprivi (Namibia) einen viel zu großen Bestand an Elefanten, gleichzeitig wildert die Bevölkerung aus Not andere, seltene (aber leichter zu jagende) Tierarten. Es werden deshalb Jagden organisiert, bei denen der Tourist Unsummen dafür bezahlt, einen Elefanten zu schießen. Von diesem Elefanten darf er nur die Trophäe behalten, das Fleisch wird an die Bevölkerung verteilt, genauso ein Teil der Einnahmen. Die Menschen müssen nicht mehr wildern und haben sogar ein Interesse, die Tiere zu schützen, da sie Geld einbringen, wenn sie (kontrolliert) bejagd werden.
    Jagdfarmen sind wie bei uns Bauernhöfe – nur, dass auf der Wiese keine Kühe sondern „Wild“ stehen. Nur, dass man bei uns die Kuh nicht auf der Wiese abschießt, sondern im Schlachthaus. Ob das tatsächlich die tierfreundlichere Methode ist, wenn man die Zustände bei Tiertransporten kennt?

    Phil

  • Henrik Weissjunge / nambier@gmail.com wrote on 6 Januar, 2010, 13:06

    Hallo, alle Welt redet von Klimaschutz, aber klar, eine „Weltreise“ muss her. Nur so, aus Vergnügen. Ob diese Weltreise nun mehr oder weniger dekadent als der „Game hunt“ eines deutschen Jägers ist, darüber lässt sich wohl vortrefflich streiten.

  • Chris GERMANY wrote on 10 Januar, 2010, 16:53

    Auch wenn es viell legal ist (abschussquoten gibt etc) kann ich gar nicht verstehen, wie man unbedingt so schöne tiere erlegen/erschiessen muss. ein „thrill“ der sich mir nicht erschliesst. sorry

  • meze GERMANY wrote on 24 Januar, 2010, 17:17

    So etwas macht mich einfach nur traurig, auch wenn es sich um Jagdfarmen handelt.


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