Weltreise mit dem Motorrad – Ted Simon

Bei der Zeit liest man gerade ein langes Interview mit Ted Simon [Ja, er hat es sogar ins Wikipedia geschafft!], der schon zweimal – mit 41 Jahren und ein weiteres Mal mit 70 Jahren – die Welt mit dem Motorrad umrundet hat.

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Einige Auszüge aus dem Interview:

DIE ZEIT: Herr Simon, was treibt einen dazu, mit 70 Jahren eine Weltreise auf dem Motorrad zu unternehmen, die Sehnsucht?

Ted Simon: Es gibt viele Gründe, eine solche Reise anzutreten. Aber das deutsche Wort »Sehnsucht« trifft es schon ganz gut. Im Englischen sagen wir nostalgia. Ich hatte diesen Motorradtrip um die Welt als junger Mann ja schon einmal gemacht. Danach schrieb ich Jupiters Fahrt…

landkarte

ZEIT: Auch Sie haben während der Reise eine Internetseite geführt.

Simon: Ich fand es eine faszinierende Idee, hatte aber keine Vorstellung davon, was ich mir auferlegte. Die Site hat mich einen Tag pro Woche gekostet. Es war wie Hausaufgabenmachen. Das Gefühl, in der Fremde abgetaucht zu sein, stellte sich nicht mehr ein.

ZEIT: Für die zweite Tour haben Sie sich zwei Jahre gegönnt. Die erste ist noch doppelt so lang gewesen.

Simon: Das hat etwas mit dem Alter zu tun, ich weiß, dass meine Kräfte irgendwann zu Ende gehen. Außerdem hatte ich als junger Mann, mit 41, keinerlei Verpflichtungen, ich hätte einfach verschwinden können. Das war beim zweiten Mal anders. Mein Sohn war gerade 21, und ich besaß im Norden Kaliforniens einen großen Bauernhof und hatte begonnen, dort ein neues Wohnhaus zu errichten. Ich wollte nach der Reise in mein altes Leben zurückkehren.

Simon: Als ich zum ersten Mal durch Libyen fuhr, sah ich mich mitten in der Wüste von Soldaten umgeben, und die Art, wie sie mich betrachteten, sollte zeigen: Wir haben Macht. In sanfteren Diktaturen passiert Ihnen so etwas häufig. Äthiopien unter Haile Selassie war schon etwas anderes. Dort fühlte man sich bedroht. Sie kommen in ein Café und sehen: Die Geheimpolizei ist auch schon da. Jeder weiß es, keiner spricht. In Bolivien wurde ich 1974 verhaftet. Klar, dass das kein Rechtsstaat war.

ZEIT: Was hatten Sie verbrochen?

Simon: Ich war auf dem Schiff von Kapstadt nach Rio zwei Priestern begegnet, die in Fortaleza den Opfern einer Flutkatastrophe helfen wollten. Ich habe mich ihnen angeschlossen, und das war der Fehler. In Fortaleza rechneten die Behörden mit keinem Fremden. Die Polizei war völlig verwirrt. Auf dem Weg zum Katastrophengebiet wurde ich ständig angehalten und nach meiner Taucherausrüstung gefragt.

Fotos gibt es dann hier.

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Über seine Erfahrungen und Erlebnisse bei seiner zweiten Weltreise per Motorrad hat Ted Simon ein Buch verfasst, das nun auch auf Deutsch erschienen ist.

buch

Ted Simon: “Jupiters Träume”

Seine offizielle Webseite findet man unter http://www.jupitalia.com/ . Ich hatte mir da ja ein Blog vorgestellt, aber mit stolzen 71 Jahren ist das nicht so einfach…





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