Outdoor und Klettern mit Bergfreunde.de

Outdoor Shop

Outdoorausrüstung, Trekking & Wanderausrüstung

Ausrüstung für eine Kilimanjarobesteigung

Hurra, das „Dach Afrikas“ hat Sie gerufen. Sie wollen auf stolze 5895 Höhenmeter und den Mount Kilimanjaro erklimmen. Sie wissen, dass Sie körperlich fit sind, der Berg keine technischen Herausforderungen stellt und folgen dem Ruf des Kilis. Also heißt es nun Flug buchen und Rucksack packen. Aber was soll in Ihren Rucksack rein? 15 kg Gepäck tragen die Träger auf dem Kopf oder im Nacken für Sie bis ins Basecamp auf 4600 m. Ich habe Ihnen hier die Produkte aufgeliestet, die mir die Wanderung auf den Kilimanjaro ermöglicht haben:

Der Trekkingrucksack muss Ihnen wie angewachsen am Rücken sitzen. Achten Sie auf ein gutes Tragesystem und gute Praktikabilität. Probieren Sie mehrere aus und entscheiden Sie dann.

Am Tagesrucksack sollten Sie ebenfalls nicht sparen, denn diesen tragen Sie schließlich nicht nur die kurzen Strecken, sondern meistens den ganzen Tag auf dem Rücken. Achten Sie hier ebenfalls auf ein stabiles Tragesystem, auf einen mehr als angedeuteten Hüftgurt, einen Brustgurt, einen integrierten Regenschutz und vielleicht sogar ein Fach für eine Camelbag. Eine gute Größe für einen Daypack sind ca. 30 Liter. Mein persönlicher Favorite ist der Deuter „Trans Alpine“.

Das Zelt wird von Ihrem Touroperator gestellt. Erwarten Sie hier jedoch keine neuen Luxusliner, hoffen Sie lieber auf gutes Wetter. Dennoch versäumen Sie es nicht, dass die Zelte vorher vor Ihren Augen aufgebaut werden. Überprüfen Sie die Reißverschlüsse im aufgespannten Zustand. Fassen Sie das Zelt an und überprüfen Sie das Material. Fühlt es sich noch einigermaßen fest und gewachst und somit wasserdicht an? Überprüfen Sie den Boden auf eventuelle Löcher. Fragen Sie, ob ein Unterboden verwendet wird. Lassen Sie sich nicht das erstbeste Zelt andrehen und bedenken Sie, dass bei schlechtem Wetter ein wasserundichtes Zelt Ihren Trip ruinieren kann!

Die Isomatte – ganz wichtig! Diese soll nicht nur bequem sein sondern auch isolieren, denn einen Großteil der Körperwärme verlieren wir beim Liegen nach unten über den Boden hinweg. Lassen Sie sich bei Temperaturen um -12 Grad Celcius also bitte nicht auf die billigen Rollmatten Ihres Touranbieters ein. Packen Sie besser ein Produkt von Exped oder Thermarest ein. Diese haben Luftkammern und isolieren zusätzlich mit einer Daunen- oder Kunststofffüllung. Ebenso bestechen diese mit einem super kleinen Packmaß.

Der Schlafsack – ebenso wichitg! Die Nächte im Zelt sind kalt, keine Frage. Wenn ihr alter Schlafsack bereits Kältebrücken bildet, d.h. sich die Daunen innerhalb der Kammern deutlich verschieben, dann denken Sie besser darüber nach, ob es nicht an der Zeit ist, sich einen neuen zu kaufen. Die Frage lautet: Daune oder Kunstfaser? Beides hat seine Vor- und Nachteile und ich denke, hier muss jeder selbst entscheiden. Wichtig ist jedoch, dass der Schlafsack über einen Extrembereich von -30 Grad Celcius verfügt.

Die Schuhe: Tragen Sie eingelaufene, wasserdichte, knöchelhohe Bergstiefel, in denen Sie bequem laufen. Mehr braucht’s nicht. Ein Extrapaar leichte Schuhe, wie z.B. Trailrunner fühlen sich am Abend sicherlich gut an.

Die Socken: Für die Aufstiegsnacht empfehle ich Ihnen kuschelwarme Wandersocken, bevorzugt aus Merinowolle, wie z.B. die Produkte von Smartwool. Für alle anderen Wandertage genügen xbeliebige Wandersocken, in denen Sie sich wohlfühlen.

Die Handschuhe: Versäumen Sie es nicht, ebenfalls für die Aufstiegsnacht, sehr warme Handschuhe, wie z.B. Ihre Skihandschuhe einzupacken.

Eine wind- und wasserdichte Regenhose gehört in jeden Daypack. In der Aufstiegsnacht schützt Sie diese vor dem kalten Wind.

Die Jacke: Packen Sie eine sehr gute Regenjacke ein. Die ersten zwei Tage geht es durch den Regenwald und was können wir da erwarten? Klar, Regen. Wieder für die Aufstiegsnacht empfehle ich eine dicke Daunenjacke , falls Sie diese zusätzlich im Gepäck tragen wollen. Eine Alternative hierfür bildet das klassische Zwiebelsystem, d.h. sie tragen mehrere Lagen übereinander.

Also, packen Sie ein Softshell ein. Dieses ist auch am Abend und tagsüber, wenn Sie in die Höhe gehen eine wärmende Lake.

Bringen Sie ein oder zwei einhunderter Fleecepullis mit. Diese können Sie tagsüber zum Wandern und nachts im Schlafsack tragen. Sehr gut sind die Produkte mit integrierter Kapuze. Auch wenn Sie etwas blöd aussehen, am besten sind ganz enganliegende Kapuzen in Form von Sturmhauben, die einen Großteil des Gesichtes bedecken. So sparen Sie sich die Mütze wenn’s mal zieht und vor allem in der Aufstiegsnacht haben Sie auch schon ausgesorgt. Sie müssen dann nur noch ihre Jackenkapuze überstülpen.

Wichtig ist schnelltrocknende Unterwäsche. Packen Sie zum Wandern und für die Nacht lange und kurze Oberteile ein. Ich empfehle Merionowäsche: angenehm zu tragen, sehr warm und stinkt nicht so schnell wie Synthetikprodukte. Eine lange und vor allem enganliegende Fleecehose wärmt sie im Schlafsack und vor allem in der Aufstiegsnacht.

Packen Sie zwei bequeme Wanderhosen ein – am besten staubundurchlässig :-) Der Pfad ist trocken und staubig, der Staub wird durch ihre Hosenbeine gehen und Sie bekommen abends lediglich eine Schüssel Wasser zur Körperwäsche.

Sie werden sich zwar nur oberflächlich waschen, aber packen Sie ein schnelltrocknendes Handtuch ein.

Wanderstöcke erleichtern Ihnen vor allem den Abstieg, indem sie Ihre Knie entlasten. Beim Aufstieg sind diese Geschmackssache und ich konnte sie in der Aufstiegsnacht überhaupt nicht gebrauchen.

Eine Headlamp brauchen Sie nicht nur abends im Zelt, diese wird Ihnen vor allem auch in der letzten Nacht wichtige Dienste erweisen. Entweder Sie verwenden komplett neue Batterien oder nehmen Ersatzbatterien mit.

Alles, was sie dummerweise vergessen haben sollten oder sich ganz einfach nicht in ihrem Rucksack befindet, weil Sie länger unterwegs sind, können Sie über Ihren Touranbieter für ein paar Dollar mieten. Nachteil: Sie dürfen nicht die allerbeste Qualität erwarten! Wichtig ist, dass Sie die Produkte vorher anprobieren und genau anschauen. Lassen Sie sich keinen Müll andrehen. Sie wollen sich schließlich auf dem Weg zum Gipfel keine Erfrierungen holen.

So, das dürfte genügen. Machen Sie sich nicht zu viele Gedanken. Packen Sie für die Not lieber ein Kleidungsstück mehr ein. Tragen Sie unten eine richtig warme Fleecehose, eine Wanderhose und eine Regenhose. Nicht mehr, sonst bekommen Sie ja keine Luft. Diese ist da oben eh rar.
Für den Oberkörper habe ich zwei kurze und zwei lange Merinohemden getragen, einen dünnen Fleece mit Kapuze, zwei Softshells und meine Gore Tex Regenjacke. Am Anfang habe ich geschwitzt. Also gleich mal die Reißverschlüsse offen lassen. Nur die letzten zwei Stunden war mir am Oberkörper kalt, dann habe ich diesen mit jedem Schritt kräftig gedreht, so dass auch er in Bewegung blieb. Allerdings muss ich zugeben, dass wir eine relativ windstille Nacht hatten.

Ganz viel Spaß und Berg heil wünsche ich Ihnen!
Falls Sie noch hilfreiche Tipps und Tricks brauchen, die über Outdoorkleidung und Bergausrüstung am Kilimanjaro hinausgehen, dann klicken Sie sich doch durch unser Weltreiseforum. Hier finden Sie alles zum Thema Kosten, Versicherung, Touranbieter und jede Menge Geheimtipps.